24. September 2026

Gabriele Klotz

Dipl. Analyt. Psychol. IAAP. praxis-gabrieleklotz.de

Ich bin Psychoanalytikerin nach C. G. Jung mit eigener Praxis und Mitglied bei der IGGS, weil ich in meinem therapeutischen Alltag erlebe, dass Menschen mit Rückanbindung an eine wie auch immer geartete Religiosität/Spiritualität bessere Heilungschancen haben, da Konfidenz in die eigenen Ressourcen leichter wiederhergestellt werden kann nach Einbrüchen in lebensexistenziellen Situationen. Umgekehrt ist in der Therapie die Suche – meist ganz unbewusst – nach etwas „Größerem als man selbst ist“, das Sinn gibt in Momenten, in denen Kontrolle und Selbstbestimmung über das eigene Leben versagen, spürbar.

Nach C. G. Jung ist Gott / das „Selbst“ eine unmittelbare psychische Erfahrung, der Mensch hat als „Homo Religiosus“ eine natürliche, unbewusste religiöse Funktion, unabhängig von Glaubenslehren. Eine bewusste Auseinandersetzung mit dieser religiösen bzw. spirituellen Dimension ist für ihn für die seelische Gesundheit und die Entwicklung der Persönlichkeit von großer Bedeutung. Er nennt das Individuation. Die Herstellung der Ich-Selbst-Achse, der Bezug zum Göttlichen, zum Archetyp des Heilers, wirkt einem Überhandnehmen pathologischer Egozentriertheit entgegen.

Meine Erfahrung ist durchgängig positiv, d. h. wir dürfen viel mehr wagen diesen Bereich auch in der Therapie anzusprechen und zu enttabuisieren. Den Kern von Spiritual Care in die Arbeit miteinzubeziehen empfinde ich zugleich hilfreich und entlastend für die Berufsausübung, um den in der Praxis gestellten Sinnfragen in Krisensituationen ein Forum zu geben.

Meine Mitgliedschaft bei der IGGS hilft mir, diesen Kernaspekt von Spiritual Care in der therapeutischen Arbeit immer wieder neu zu vertiefen, Anregungen zu finden, auch auf von ihr organisierten Tagungen und Fortbildungen.

Mitgliederversammlung

Informationen zur Mitgliederversammlung werden noch bekanntgegeben. Eine IGGS-Tagung findet in 2027 nicht statt.